Abschied

Die Stiftung für das Pferd ist das letzte irdische Zuhause für unsere Schützlinge. Es ist immer ein sehr trauriger Moment, wenn wir eines unserer Tiere von seinen Altersbeschwerden erlösen müssen. Doch das Wissen, dass sie bei uns erfüllte, glückliche Jahre verbracht haben, ist uns ein grosser Trost.

Majolette

Die fuchsfarbene Schweizer Warmblutstute kam 1994 in der Westschweiz zur Welt. Auf ihrem Lebensweg ist der schönen Majolette nicht nur Gutes wiederfahren. Denn von ihrem letzten Besitzer wurde sie stark vernachlässigt. Nach dessen Tod wurde sie vom Betreibungsamt des Kantons Tessin zum Kauf angeboten, um einen Teil der Schulden ihres Besitzers zu tilgen. Ein Tierschutzverein hörte von diesem Vorhaben und kaufte die Stute. Als die Tierfreunde sich an die Stiftung für das Pferd wendeten, erklärte sich diese sofort bereit, Majolette auf dem Jeanbrenin ein neues Heim zu geben. Bei uns durfte sie neuen glückliche Jahre verbringen. Bis sie sich Ende Februar 2020 leider zum zweiten Mal die Sehne am linken Vorderbein riss. Da eine wiederholte Sehnenverletzung in diesem Alter kaum mehr auf Heilung hoffen lässt, mussten wir uns dazu durchringen Majolette zu Erlösen. Es hat uns gefreut, dass wir der freundlichen Dame noch einige friedliche Jahre auf unseren Weiden bieten durften.

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Elise

Als Dreijährige kam die dunkelbraune Elise 1998 in die Stiftung für das Pferd. Sie wurde als Zuchtstute für unser kleine Freiberger-Zucht erworben. Insgesamt zehn gesunden Fohlen hat die fürsorgliche Stute das Leben geschenkt, bevor sie Ende 2011 pensioniert wurde. All die Jahre durfte sie die schöne Jahreszeit jeweils mit anderen Pferdekameraden und Kühen auf der grossen Gemeindeweide verbringen. Leider litt Elise an einer so starken Darmentzündung, dass wir sie von ihren Schmerzen befreien mussten. Der Verlust von Elise macht uns sehr traurig, da sie ein Teil der Geschichte unserer Stiftung war.

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Shadow

Eine imposante Erscheinung war Shadow unbestritten, mit seinem schwarz-weiss gescheckten Fell, der üppigen Mähne und den tellergrossen Hufen. Und zugleich war der Tinker die Ruhe selbst. Eile war für den sanften Riesen ein Fremdwort. Was aber nicht heissen will, dass er auf neckische Spieleinlagen mit seinen Kumpels verzichtet hätte. Nach etwas mehr als einem Jahr muss das Team von Le Roselet allerdings bereits Abschied nehmen vom 27-jährigen Shadow. Vermutlich beim Spielen hat sich der Wallach Mitte Februar die tiefe Beugesehne durchtrennt. Eine Verletzung, bei der leider keine Heilungschangen bestehen. Und so mussten wir uns schweren Herzens dazu durchringen, den sanften Riesen sofort von seinem Leiden zu erlösen. Dieser abruppte Abschied trifft uns sehr.

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Oural

Anfangs 2016 bezog der Polen-Wallach nach einem erfüllten Leben als Schul- und Freizeitpferd sein neues Heim auf dem Jeanbrenin. Dort verlief seine Integration in die Herde erst ziemlich steinig. Die zierliche Ponystute Desirée half Oural über diese schwierige Zeit hinweg. Nach der stressigen Eingewöhnungszeit gefiel es dem Schecken aber ausgezeichnet auf den grosszügigen Jura-Weiden. Mit seinen nunmher 30 Jahren hatten Oural seine Kräfte mehr und mehr verlassen und so kam es, dass er anfangs Februar eines morgens nicht mehr aufstehen konnte. Die Zeit war gekommen, Oural ziehen zu lassen. In der Herde von Jeanbrenin stach der Wallach mit seiner auffälligen braun-weiss gescheckten Fellfarbe heraus – diesen Blickfang werden wir vermissen.

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Panya

Die fuchsfarbene Freiberger-Stute hatte es nicht immer gut in ihrem Leben. In jungen Jahren litt sie unter schlechten und einsamen Haltungsbedingungen. Bei ihrer letzten Besitzerfamilie hatte es Päny, wie sie liebevoll genannt wurde, jedoch sehr gut. Sie lebte im Offenstall und genoss lange Ausritte. Bereits vor mehr als zehn Jahren kam die 1987 geborene Stute zu uns in die Ställe von Maison Rouge. Sowohl bei ihren Artgenossen als auch bei ihren menschlichen Begleitern war die gutmütige und umgängliche alte Dame äusserst beliebt. Mitte Januar 2020 musste unsere Tierärztin bei Panya leider eine schlimme Hufrehe diagnostizieren. In Anbetracht ihres hohen Alters, ​entschieden wir uns schweren Herzens dazu die Stute sofort von ihrem Leiden zu erlösen.

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Muscade

Die feingliedrige, 1996 geborenen Muscade entzückte uns alle mit ihrer Eleganz. Es war jeweils eine wahre Augenweide die dunkelbraune temperamentvolle Warmblutstute über unsere Weiden galoppieren zu sehen. Im Frühjahr 2018 zog Muscade nach einer erfüllten Karriere als Spring- und Freizeitpferd bei uns in Le Roselet ein und genoss zwei Sommer auf der grossen Gemeindeweide. Muscade zeigte sich in guter Form, doch ganz plötzlich konnte sie sich nicht mehr richtig auf den Hinterbeinen halten. Sowohl unser Tierarzt wie auch die Spezialisten vom Tierspital Bern, wohin die Stute notfallmässig zur Abklärung reiste, konnten uns keine genaue Diagnostik über die untypische Ataxie liefern. Leider konnten sie uns auch keine Therapie anbieten, sodass Muscade schweren Herzens von ihrem Leiden erlöst werden musste. Wir sind ratlos und sehr traurig, dass wir diese tolle Stute so unverhofft haben ziehen lassen müssen.

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D'Artagnan

Mit seiner Besitzerin erlebte der filigrane Franzosen-Wallach viele schöne Jahre als Reit- und Kutschenpferd. Als auf dem Hof der Familie D’Artagnans letzte Stallgefährtin verstarb, war die Erleichterung gross, dass der Dunkelbraune mit auffälliger Blesse im Frühling 2014 nach Le Roselet zeihen konnte. Hier verbrachte der sensible D’Artagnan einen unbeschwerten Lebensabend. Bestens in die Sozialstruktur der Herde eingebunden, blieb er seiner legendären Unabhängigkeit aber stets treu. Menschen stand er immer wohlgesonnen gegenüber und genoss die für ihn reservierten Streicheleinheiten besonders. In den letzten Monaten nahm seine Energie jedoch zusehends ab und seine Zähne sowie Gelenke bereiteten uns Sorgen. Ausgerechnet an den Festtagen hatte sich der Zustand des 28-jährigen so verschlechtert, dass wir die Entscheidung treffen mussten, ihn ziehen zu lassen.

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Olymp

Olymp, der imposante Belgier mit Hufen so gross wie Teller, leistete viele Jahre lang treu und zuverlässig seinen Dienst im Sechsspänner der Brauerei Feldschlösschen. Gesundheitlich angeschlagen, kam er im Sommer 2006 auf den Jeanbrenin, wo er – so die Hoffnung – noch ein paar schöne Monate verbringen sollte. 13 voll ausgekostete Jahre später hat der sanfte Riese nun im Alter von 29 Jahren seine letzte grosse Reise angetreten. Mit dem sensiblen Olymp verlässt uns eine grosse Pferdepersönlichkeit, «un grand Monsieur», wie eine seiner Betreuerinnen traurig meinte.

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Bandito

Bandito, das schwarz-weiss gescheckte Pony, kam zu uns auf den Jeanbrenin, weil sich seine schwer erkrankte und inzwischen verstorbene Besitzerin nicht mehr um ihn kümmern konnte. Zuerst etwas unsicher, liess sich der kleine Bandit schnell von einer starken Stute unter die Fittiche nehmen und wurde zunehmend selbstsicherer. Bald schon zeigte er, was in ihm steckte: ein unermüdlicher Spieler, der die anderen gerne triezte, bis sie sich auf seine Kampfspiele einliessen. Im Herbst 2019 ist der mittlerweile 28-jährige Bandito gestorben.

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